Editoral

Eigentlich ein Plakat zum Schmunzeln, das ein Detaillist in seinem Schaufenster hängen hatte, wäre der Hintergrund nicht mehr als ernst: «Fahrt ruhig nach Deutschland, um zu schauen, ob es dort etwas billiger zu kaufen gibt. Aber ­beklagt Euch nicht, wenn Euer Arbeitgeber dann mal nach Rumänien fährt, um zu schauen, ob man Eure Arbeit dort nicht auch billiger bekommen könnte.»

Zum Engagement vieler einzelner Fachgeschäfte gesellt sich mit dem «Wyfelder Fritig» in der Grenzregion erstmals eine grossangelegte Aktion hinzu, sich und seine Vorzüge aufzuzeigen. Und seit neustem kommt der Druck auch von politischer Seite. So will der Thurgauer Grosse Rat mit einer Standesinitiative in Bern erreichen, dass die Wertfreigrenze beim Einkaufstourismus abgeschafft wird. Bei der Rückforderung der ausländischen Mehrwertsteuer sollen Herr und Frau Schweizer im eigenen Land die Mehrwertsteuer entrichten müssen.

Dieses Anliegen wird bis auf eine Gegenstimme vom gesamten Grossen Rat getragen. Man kann zwar damit weder den Online-Handel behindern noch Schnäppchenjäger ihrer Freude berauben. Aber es ist ein weiterer Schritt, sich der Qualität einheimischer Fachgeschäfte wieder bewusst(er) zu werden.

Ihr Urs Tiefenauer